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Henna-Tattoos

Ekzem statt Tattoo

Typ mit Tattoo auf dem Rücken
Als unliebsames Urlaubssouvenir kann sich ein Henna-Tattoo erweisen. Um die ursprünglich rote Farbe dunkler zu machen, wird dem Henna manchmal eine Substanz beigemengt, die Allergien auslösen kann. Und dann juckt und schuppt es - im schlimmsten Fall ein Leben lang.

Madonna machte sie zum Trend, als sie sich in ihrem Video zum Lied "Frozen" mit orientalischen Henna-Tattoos an den Händen zeigte. Sinnlich und schön. Das wissen die Mädchen und Frauen in Indien schon lange. Dort hat die Mehndi-Malerei Jahrhunderte lange Tradition. Madonna kam, sang und im Nu gab es auch hier fertig angerührte Pasten in kleinen Tuben zu kaufen und jede/r konnte eifrig drauf los malen. Hat so ein Henna-Tattoo doch den Vorteil, bereits nach drei bis drei Wochen wieder verblasst zu sein. Und hip ist es auch. Jedenfalls im Sommer.

Oft sieht man sie vor allem bei denen, die sie als hübsches Urlaubssouvenir auf die Haut haben malen lassen. Doch leider entwickelt sich aus dem Modegag manchmal eine lebenslange Allergie.

Schwarzmalerei


Reines Henna wird von den meisten Menschen gut vertragen. Auf der Haut hinterlässt reine getrocknete Henna-Paste ein hellrotes Muster. Jedoch wird dem traditionellen Henna, das aus dem ägyptischen Färberstrauch gewonnen wird, häufig der schwarze Farbstoff Paraphenylendiamin (PPD) zugefügt, um die Farbe dunkler und kräftiger zu machen. Und dieses PPD ist ein starkes Kontaktallergen.

In Deutschland ist PPD als Haarfärbemittel seit Jahrzehnten verboten und auch für industrielle Zwecke ist es nur in einer Konzentration von maximal 6% zugelassen. Produkte, die nicht aus Deutschland oder der EU kommen, sind an diese Vorgaben nicht gebunden und können weit mehr dieses Stoffes enthalten. Bekannt ist, dass Hautkontakt mit zweiprozentigem PPD über zwei Tage ausreicht, um eine Allergie zu erzeugen.

Allergisch?


Es juckt, brennt, schuppt - manchmal erst, wenn das Tattoo längst weg ist, aber meistens beginnt der "Horror" einige Tage nach Aufbringen der Farbe. Manchmal kommt es zu nässenden Knötchen, die unter Narbenbildung abheilen, einige Patienten fühlen sich richtig krank. Dann hat einen die Allergie schon voll erwischt. Der Gang zum Hautarzt ist damit ein Muss. Mit kortisonhaltiger Salbe bekommt man die Beschwerden wieder in den Griff. Aber das Ekzem kann sich einige Wochen halten. Und danach bleibt oft monatelang eine Hautstelle mit weniger Hautpigmenten zurück, die wie ein Negativ des Tattoos aussieht.

Wer einmal auf einen Stoff allergisch reagiert, wird zumeist lebenslang sensibel darauf reagieren. Also gilt die Vermeidungsstrategie: Sich von den Substanzen möglichst fernhalten, die dem Immunsystem zu schaffen machen.
Bei PPD ist das allerdings schwierig. Denn PPD und verwandte Stoffe werden zum Färben vieler Produkte verwendet, im Prinzip können sie in jedem dunklen Gegenstand vorkommen - in Gummireifen und -schläuchen, im Innenraum von Autos (Lenkrad, Schalthebel, Armaturenbrett), in dunklem Leder und schwarzen Klamotten. Und und und....die Liste ließe sich fortsetzen. Je nach PPD-Konzentration und Dauer der "Exposition" kann es erneut zu schlimmen allergischen Reaktionen kommen.

Konsequenzen für den Job


Berufsunfähig durch ein Henna-Tattoo? Wenn man ganz viel Pech hat, vielleicht schon. Denn in einigen Berufen wie Friseur, Drucker, Textilverarbeiter, Schuh- oder Lederwarenverkäufer, Chemiewerker oder in der Gummi-, Kunststoff-, oder Papierbranche sind PPD und verwandte Stoffe kaum zu meiden. Und es kann so zu anhaltenden schweren Kontaktekzemen kommen, die zur Berufsaufgabe zwingen.

Was tun?


Trotz Vorschriften und Grenzwerten - auch in Deutschland und Europa kann man nicht mit Sicherheit ausschließen, dass nur PPD-freie Tattoopasten im Handel sind. Wer nicht auf den Hautschmuck aus Henna verzichten will, sollte sich die Farben aus dem Bioladen besorgen. In Urlaubsländern außerhalb Europas kann man nur hoffen, dass die Farben PPD-frei sind. Auch bei Festen, wo durch Straßenkünstler das schnelle Henna-Tattoo für ein paar Euro angeboten wird, ist es ratsam, etwas Zurückhaltung zeigen. Vorsicht ist besonders geboten, wenn die Paste sehr dunkel ist. Im Zweifel -und wenn man ohnehin schon eine Veranlagung zu Allergien hat- das vergängliche Tattoo besser sein lassen.
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