Piercing
Piercing: Nur vom Experten

Ringe oder Knöpfe in Nase, Augenbrauen oder gar im Bauchnabel: Piercing ist "in" und zu einem gesellschaftsfähigen Massentrend geworden. Aber Achtung: Falsches Piercing kann unangenehme Folgen haben.Piercing ist schön, aber nicht ohne Risiko. Es kann - buchstäblich - danebengehen. Vor allem im Gesicht kann der unter der Haut hindurch gestochene Schmuck unangenehme Auswirkungen haben - dann etwa, wenn die Stiche nicht fachgerecht ausgeführt wurden.
Ein Piercing sollte deshalb ausschließlich Experten überlassen bleiben, wie kürzlich auch das Verwaltungsgericht Gießen in einem vorläufigen Beschluss feststellte (Az: 8 G 2161/98). Demnach fällt Piercing unter das Heilpraktikergesetz und darf nur von medizinisch geschultem Personal angewandt werden.
Beratung muss sein
Grundvoraussetzung für fachgerechtes Piercing sind absolut sterile Instrumente. Rauchige, staubige Räume sind gänzlich ungeeignet, um ein steriles Piercing zu stechen. Der Piercer sollte den Kunden vor dem Eingriff auch ausführlich beraten, z. B. auf die Risiken und Spätfolgen hinweisen und auch nach Allergien oder anderen Erkrankungen fragen. Bleibt er Antworten auf medizinische Fragen schuldig oder hat man ein "komisches Gefühl", sollte man sich wo anders hin wenden.
Wer sich piercen lässt, sollte hochwertigen Piercingschmuck aus Gold, Titan oder Platin wählen. Chirurgenstahl ist eine Sammelbezeichnung, die nichts über die Zusammensetzung des Metalls aussagt. Billige Stücke enthalten oft Stoffe wie Nickel, Chrom oder Kobalt, die Allergien auslösen können.
Infektionen verhindern
Wer allzu sorglos mit dem Piercing umgeht, muss sich mit womöglich schmerzhaften Folgen wie Entzündung der Wunde, Ekzeme, Schwellungen und wuchernde Narben abfinden. Der Bereich um die Wunde kann sich aufgrund mangelnder Sterilität entzünden, Bakterien können sich dann durch die Blutbahn im Körper ausbreiten und zu schweren Infektionen führen.
Piercings an Augenbrauen sind riskant, weil beim Stechen wichtige Nervenbahnen irreparabel verletzt werden können. Entzündungen können sich bis auf die Hirnhaut ausbreiten. Beim Eingriff können auch wichtige Nervenbahnen verletzt werden. Die Folge: Sehstörungen oder Entzündungen im Auge, weil das Lid nicht mehr richtig schließt. Auch Metallausschwemmungen aus minderwertigem Schmuck können ins Auge gelangen und dort verheerende Schäden anrichten. Kontaktlinsenträger sollten in den ersten drei Wochen nach dem Eingriff auf eine Brille zurückgreifen. Damit kann man das Risiko einer Infektion verringern, allerdings nicht komplett ausschließen.
Zungenpiercings zerstören nach Aussage von Experten auf Dauer durch das ständige Klopfen an den Zähnen den Zahnschmelz. Reden, Essen, Schlucken -- der Metallstift in der Zunge steht nie still. Das reizt auch das umliegende Gewebe und den Gaumen. Unterlippenpiercings können zum Rückgang des Zahnfleischs führen, die Zähne lockern sich. Um es auf den Punkt zu bringen: Wer sich piercen lassen will, sollte sich vorher gut informieren, wenn man keine bösen Überraschungen erleben will. Das geht bei den örtlichen Gesundheitsämtern oder auch im Internet z.B. bei der Organisation professioneller Piercer: www.opp-ev.de oder unter www.piercing.de




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